Der Bund reist klimaneutral

FORSCHUNG, MOBILITÄT
16.01.2019

Ob mit dem Auto oder dem Flugzeug - Die Bundesregierung gleicht die Klimagas-Emissionen ihrer Dienstreisen vollständig aus. Die Kosten für die Kompensation beliefen sich im Jahr 2017 auf 1,7 Mio. Euro. In Höhe von rund 300.000 Tonnen CO2 wurden Gutschriften erworben und gelöscht, die aus nachhaltigen Projekten stammen. Dadurch erhalten unter anderem Biogasanlagen in Nepal Unterstützung.

Mit der gesamten Abwicklung der Dienstreisekompensation ist das Umweltbundesamt beauftragt. Der Umfang der Emissionen ergibt sich aus den Daten 2017 von 121 Ministerien und Bundesbehörden. Hierzu hat das UBA für sämtliche Dienstreisen die Wegstrecken per Flugzeug und die Kraftstoffverbräuche der Dienstwagen erhoben und die Treibhausgasemissionen berechnet. Für Flugreisen wurde der CO2-Ausstoß dreifach bewertet, um die höhere Klimawirksamkeit des Luftverkehrs zu berücksichtigen. Für Bahnreisen werden „Grüne Tickets“ gebucht, die bereits keine CO2-Emissionen mehr aufweisen. Die Kosten für die Kompensation belaufen sich auf insgesamt 1,7 Mio. Euro. Das ist deutlich mehr als in den Jahren zuvor, da nun alle Bundesbehörden ihre Dienstreiseemissionen kompensieren, die sich auch am Maßnahmenprogramm Nachhaltigkeit der Bundesregierung beteiligen.

Für alle in 2017 angefallenen Dienstreisen wurden Emissionsgutschriften in Höhe von rund 300.000 Tonnen CO2 erworben und gelöscht. Die Gutschriften stammen ausschließlich aus Projekten, die nach UN-Regeln unter dem Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung zertifiziert worden sind. Entscheidend ist, dass die Projekte einen hohen Zusatznutzen für die nachhaltige Entwicklung haben. Unterstützt werden damit unter anderem Initiativen für sauberes Trinkwasser, der Bau von Biogasanlagen in Nepal, die mit Ernteresten und Abfällen Energie erzeugen, und der Einbau moderner, effizienter Kochöfen in ländlichen Regionen in Sambia.

„Wann immer möglich, ist der Verzicht auf Flüge die richtige Wahl für das Klima“, sagt Bundesumweltministerin Svenja Schulze. „Viele Flüge lassen sich zum Beispiel durch den Einsatz von Videokonferenzen vermeiden. Wo sich Reisen nicht vermeiden lassen, ist die Kompensation der entstandenen CO2-Emissionen sinnvoll.“

Auf seiner Website bietet das UBA einen Ratgeber zur freiwilligen Kompensation durch Klimaschutzprojekte an.

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