Nachhaltiger Konsum für biologische Vielfalt in Landwirtschaft und Ernährung

Eine Leuchtturm-Initiative des Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

Mit der Leuchtturm-Initiative „nachhaltiger Konsum für biologische Vielfalt in Landwirtschaft und Ernährung“ möchte das BMEL den Anbau und die Vermarktung von seltenen Obst- und Gemüsesorten sowie die Haltung und Vermarktung seltener Nutztierrassen fördern. Um durch einen nachhaltigen Konsum die biologische Vielfalt zu fördern, muss das Thema stärker in das Bewusstsein der Verbraucher*innen rücken. Durch die Leuchtturm-Initiative können die vielfältigen Aktivitäten des BMEL in diesem Bereich mit den Erfahrungen der Netzwerkakteure zusammengebracht und Synergien ausgelotet werden.

Die Auftaktveranstaltung der Leuchtturm-Initiative fand am 22. Mai 2019 im BMEL in Berlin statt. Die Impulsvorträge von Vertretern aus Landwirtschaft, Handel, Wissenschaft und Erhaltungsinitiativen gaben den Anstoß für eine rege Diskussion der über 60 Teilnehmer*innen über die besonderen Herausforderungen bei der Produktion, der Vermarktung und dem Konsum von seltenen Sorten und Rassen sowie über mögliche Lösungswege.

Verbraucherkommunikation war einer der Schwerpunkte. Verbraucher*innen sind bereit höhere Preise für „Vielfalts-Produkte“ zu bezahlen, sofern es gelingt, den Mehrwert dieser Produkte für die biologische Vielfalt zu kommunizieren. In der Tat ist es aber oft so, dass die Verbraucher*innen über die Bedeutung der biologischen Vielfalt von Nutzpflanzen und Nutztieren zu wenig wissen, die Gefährdung dieser Vielfalt nicht bekannt ist, und auch das Prinzip „Schutz durch Nutzung“ erklärt werden muss. Die direkte Kommunikation mit Verbraucher*innen ist deswegen von großer Bedeutung, Chancen für die Vermarktung von sogenannten „Vielfaltsprodukten“ werden vor allem über Themen wie Genuss und Geschmack, Regionalität, Gastronomie und Tourismus gesehen.

Herausforderungen gibt es auch bei Qualität, Quantität und Logistik dieser besonderen Produkte. Es erfordert aufwändige und langfristige Aufbauarbeit, bis z.B. geeignete Sorten für die Vermarktung gefunden sind und ausreichend Saatgut dafür verfügbar ist. Auch bei Erzeuger*innen mangelt es zum Teil an Wissen, beispielsweise über geeignete Sorten und den Umgang mit diesen. Zudem braucht es eine Konstanz und ein Engagement nicht nur in der Erzeugung, sondern auch vom Handel. Erzeuger*innen und Handel scheuen häufig das Risiko Obst, Gemüse, Fleisch oder Milchprodukte aus seltenen Sorten oder Rassen zu nutzen, obwohl sich hier neue Marktpotenziale bieten könnten.

In drei Arbeitsgruppen zu den Themen, Erzeugung, Handel und Konsument*innen, wurden anschließend Möglichkeiten und Instrumente für eine Umsetzung im Rahmen der Leuchtturm-Initiative diskutiert. Vorschläge betrafen eine gezielte Förderung der Aufbauarbeit, Beratungsinstrumente, Aufbau alternativer Vertriebswege und Informationsplattformen.

Als nächsten konkreten Schritt für die Leuchtturm-Initiative möchte das BMEL zu einem runden Tisch mit dem Lebensmitteleinzelhandel einladen.

Hintergrund:

Land-, Forst-, Fischerei- und Ernährungswirtschaft stehen vor der großen Herausforderung, eine weiter wachsende Weltbevölkerung zu ernähren. Die Erhaltung, die nachhaltige Nutzung und die Weiterentwicklung der biologischen Vielfalt sind essenziell für die Zukunftsfähigkeit der menschlichen Versorgung. Der Schutz der biologischen Vielfalt ist ein Querschnittsthema im Nationalen Programm für nachhaltigen Konsum (NPNK). Mit der Leuchtturm-Initiative möchte das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft zur Umsetzung des NPNK beitragen.

Informationen auf der Seite des BMEL finden Sie hier.

 

 

 

 

Eine Initiative im Rahmen des Nationalen Programms für nachhaltigen Konsum