Nachhaltiges Wirtschaften: Ideen, Konzepte und Innovationen

Forschung, Soziale Innovation
21.02.2019

Wie lässt sich ein dauerhafter wirtschaftlicher Erfolg mit dem Schutz der Umwelt und sozialer Gerechtigkeit fest verbinden? Dieser und weiterer Forschungsfragen gingen insgesamt 30 Projekte auf den Grund, die durch die Fördermaßnahme „Nachhaltiges Wirtschaften“ unterstützt werden. Sie erforschten und erprobten unter anderem Themen wie soziale Innovation und neue Konsumkonzepte, gemeinsam mit Akteuren und Akteurinnen aus Kommunen, Unternehmen und Zivilgesellschaft.

Unternehmen sowie Verbraucherinnen und Verbraucher sind die treibenden Kräfte, die durch ihr Handeln eine nachhaltige Wirtschaftsweise voranbringen können. Auf dem Weg zu einer Green Economy müssen sie jedoch durch Anreize aus der Politik unterstützt werden. Das Ziel ist eine ökologisch verträgliche, sozial inklusive und dabei wettbewerbsfähige Wirtschaft, in der Einkommen und Beschäftigung durch Investitionen in Nachhaltigkeitsinnovationen entstehen und die maßgeblich zu einer höheren Lebensqualität für alle beiträgt. Dazu bedarf es nicht nur technischer Innovationen, sondern auch neuer Geschäftsmodelle und Produktionsweisen sowie neuer gesellschaftlicher Handlungsformen wie beispielsweise ein verändertes Konsumverhalten.

Insgesamt 30 Projekte konnten durch die Fördermaßnahme „Nachhaltiges Wirtschaften“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) neue Geschäftsmodelle, soziale Innovationen oder bessere Mess- und Bewertungsmöglichkeiten entwickeln und in der Praxis erproben. Spannend sind die Ergebnisse, weil sie nachhaltigen Konsum aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten und einzuordnen helfen. So fanden etwa die Forschenden im Projekt BiNKA (Bildung für nachhaltigen Konsum durch Achtsamkeitstraining) heraus, dass ein mehrwöchiges Achtsamkeitstraining zwar nur selten ein geändertes Einkaufsverhalten bei Menschen bewirkt; die Teilnehmenden sind jedoch anschließend weniger an Materiellem interessiert und könnten deswegen ihre Konsumentscheidungen langfristig ändern. Das Vorhaben Slow Fashion zeigte, dass nur wenige Konsument*innen bereit sind, insgesamt weniger und dabei einen größeren Anteil nachhaltig gefertigter Mode zu kaufen. Ein Grund dafür: Kleidung spielt auch eine wichtige Rolle für die soziale Anerkennung.

Im Projekt BiNa (Biokunststoffe Nachhaltig) fanden die Forschenden unter anderem heraus, dass Biokunststoffe bislang kaum bekannt sind, grundsätzlich jedoch positiv bewertet werden. Das Projekt NAH_Gast entwickelte Zahlreiche Praxistipps, die das Speiseangebot in der Außer-Haus-Gastronomie nachhaltiger machen. Auch bei Refowas (Reduce food waste) ging es um die Vermeidung von Lebensmittelabfällen: Etwa ein Viertel des Schulessens landet in der Tonne, und die Forschenden haben verschiedene Formate entwickelt, um Abhilfe zu schaffen – etwa einen Elternbrief zu nachhaltiger Ernährung. Das Projekt SPIN (Strategien und Potenziale zur Initiierung und Förderung Nachhaltigen Konsums) deckte auf, dass Verfügbarkeit und Preis wichtige Faktoren sind, wenn Konsumenten und Konsumentinnen im Supermarkt zu nachhaltigen Produkten greifen sollen. Einen ganz anderen Blick wirft das Vorhaben „Wohlstandstransformation Wuppertal“ auf nachhaltigen Konsum. Dort entwickelten die Mitarbeitenden etwa das Projekt "Haushüten", um den Wohnungsleerstand in der Stadt zu mindern.

Die Projektergebnisse machen zwar deutlich, wie komplex die Herausforderungen nachhaltigen Wirtschaftens sind. Gleichzeitig zeigen sie aber auch, dass es vielfältig Lösungswege gibt, die von vielen Akteuren und Akteurinnen auf unterschiedlicher Ebene bereits beschritten werden. Da zweifelsohne weitere Anstrengungen nötig sind, machen wir hier gemeinsam weiter!

Mehr

Eine Initiative im Rahmen des Nationalen Programms für nachhaltigen Konsum