Konferenz zum Online-Handel als Herausforderung für Umwelt- und Verbraucherschutz

Digitalisierung, Veranstaltungen
20.06.2019

Shopping rund um die Uhr und rund um die Welt – der Online-Handel nimmt stetig zu, die Wachstumsraten sind enorm. Die Konferenz am 18.06. in Berlin bot Expert*innen aus Politik und Verwaltung, Marktüberwachung, Wirtschaft und Handel sowie Zivilgesellschaft ein Forum, um über dringenden Handlungsbedarf im Online-Handel zu diskutieren. Ressourcenverschwendung durch Entsorgung von Retouren und Überproduktion soll entgegengewirkt werden, aber auch Verbraucher*innen und Politik sind gefragt.

Zu vielschichtigen Themengebieten rund um den Onlinehandel hatten BMU, BMJV und UBA am Dienstag, 18. Juni, zur Fachkonferenz „Herausforderungen des Onlinehandels für Umwelt- und Verbraucherschutz - Bedeutung und Ansätze für Regelsetzung, Vollzug und Marktüberwachung“ nach Berlin geladen. Ein Themenschwerpunkt war die Suche nach Wegen aus der Vernichtung neuwertiger Waren. Auf der Tagesordnung standen auch Vollzugsprobleme im Online-Handel nach dem Kreislaufwirtschaftsrecht, hier besonders in den Bereichen Elektrogeräte, Batterien, Verpackungen und Chemikalien. Der Online-Handel spielt auch bei der Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele eine Rolle. Nach Ziel 12 der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung sind nachhaltige Produktions- und Konsummuster sicherzustellen.
Der Einladung gefolgt waren ca. 160 Expert*innen aus Politik und Verwaltung, aus Fachkreisen der Marktüberwachung, Wirtschaftsakteure und Handelsverbände sowie zivilgesellschaftliche Organisationen, die zu den Themenschwerpunkten erste Handlungsempfehlungen und Lösungsansätze erarbeiten konnten.

Im Bereich organisierte Vernichtung neuwertiger Waren wurde festgehalten, dass zwar eine Senkung der Retourenquote und der Zerstörung dringend nötig sei, aber mengenmäßig die Vernichtung von Warenüberhängen oder Saisonwaren auch im stationären Handel problematischer sind. Um on- wie offline zu mehr Ressourcenschonung zu kommen, könnte die Politik zum Beispiel durch Steueranpassungen Spenden erleichtern oder die Hersteller und Händler zu mehr Produktverantwortung verpflichten. Dazu sollen aktuell bereits erste Gesetzesänderungen vorbereitet werden.

Auch Kund*innen können ihr Einkaufsverhalten überdenken und besonders den Umgang mit Retouren. Ob sie später entsorgt werden müssen oder nicht, jede Rücksendung verursacht CO2. Auch im Workshop zur Agenda 2030 wurden Szenarien eines Onlinehandels durchdacht. Hier wurde ein Umdenken in Richtung „Nutzen statt Kaufen“ herausgearbeitet: Vom Onlinehandel zum „online Handeln“.

Politik, Händler und Verbraucher*innen gehen mit Hausaufgaben aus der Konferenz. Der Handel will noch mehr in Richtung Retourenvermeidung unternehmen und Käufer*innen aufklären. Die politische Nachsteuerung ist teilweise auf dem Weg, aber sicher noch mit Luft nach oben. Mit mehr Hintergrundinformationen und etwas Motivation kann auch jeder selbst achtsamer und weniger konsumieren und so zum nachhaltigen Konsum beitragen.

Mehr

Eine Initiative im Rahmen des Nationalen Programms für nachhaltigen Konsum