Impulse für eine Transformation – auf der BMEL Konferenz zur Nachhaltigkeit

ERNÄHRUNG, NACHHALTIGKEIT, GESELLSCHAFT
04.03.2020

„Es ist nicht mehr fraglich, sondern offensichtlich, dass wir einen gesellschaftlichen Wandel brauchen“, sagte Prof. Dr. Maja Göpel, WBGU, in ihrem Keynote. Auf der BMEL Konferenz zur Nachhaltigkeit im Oktober 2019 diskutierten Vertreter*innen der gesamten Lebensmittelkette sowie aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft wie eine zukunftsfähige Ernährungsversorgung gelingen könnte.

Wie kann die Transformation zu einer nachhaltigen Gesellschaft gelingen?
 

„Nachhaltigkeit ist eine Daueraufgabe“, sagte Bundes-ministerin Julia Klöckner in ihrer Eröffnungsrede. Dazu gehört, dass unsere Landwirtschaft ressourcen-schonender wird und dass wir unsere Ernährung verantwortungs-voller gestalten. Diese Aufgabe können wir nur gemeinsam erfüllen, sagte sie in ihrer Rede.

„Ein bisschen weniger schnell Richtung Rot fahren reicht nicht mehr, wenn wir das Ökosystem Erde retten wollen.“, sagte Prof. Dr. Maja Göpel in ihrem Vortrag auf der Konferenz im Oktober 2019. Umweltrisiken gehören aktuell zu den weltweit größten Bedrohungen der Menschheit.

Der Weg zu einer Gesellschaftstransformation in Richtung Nachhaltigkeit führt über positive Leitbilder und muss prozess-orientiert angelegt werden, sagte sie. Es brauche Innovationskraft, Ausdauer und eine „das muss doch gehen“-Energie.
Es reiche aber nicht aus, immer neue Ziele und Maßnahmen zu definieren, meinte Göpel. Wir müssten sie ernst nehmen und beobachten, was warum und wie wirkt oder auch nicht. Das Management der Veränderungsprozesse sei zentral, um zu erkennen, ob wir auf dem richtigen Weg sind – oder ob nachjustiert werden muss. Dieser prozessorientierte Ansatz fehle bislang in der Nachhaltigkeitsstrategie. Göpel sprach von einer „Black Box“ (Meldung zum Vortrag von Prof. Dr. Maja Göpel). 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Dr. Brent Loken, Director of Science Translation der EAT Foundation stellte erstmals in Deutschland die Planetary Diet vor. Die EAT-Lancet-Kommission hatte im Februar 2019 unter Mitwirkung von fast 40 Wissenschaftler*innen den Bericht "Food in the Anthropocene: the EAT-Lancet Commission on healthy diets from sustainable food systems" veröffentlicht. Der Bericht zeigt, dass es möglich ist, die Weltbevölkerung gesund und ausgewogen zu ernähren und gleichzeitig die Belastungsgrenzen unserer Erde bei der Lebensmittelerzeugung nicht zu überschreiten (Kommentierung der EAT-Lancet Studie durch Prof. Dr. Bernhard Watzl).

 

 
 
 
"Wir können tatsächlich für 10 Milliarden Menschen Lebensmittel erzeugen und gleichzeitig die Grenzen der Erde wahren.", sagte Brent Loken. Die wichtigste Strategie ist eine Veränderung auf unserem Teller. Die Planetary Diet setzt auf viel Obst und Gemüse, Hülsenfrüchte und Nüsse, dazu gelegentlich ein Stück Fleisch und Fisch. Ein Ernährungskonzept, das kulinarisch durchaus Abwechslung garantiert. Die zweitwichtigste Maßnahme betrifft die landwirtschaftliche Produktion. Sie muss CO2-Emissionen absorbieren statt sie zu emittieren, sagte Loken. An dritter Stelle der wirksamen Maßnahmen steht die Halbierung des Lebensmittelabfalls. Mit allen drei Strategien zusammen könnten wir unsere ernährungsbedingten CO2-Emissionen so reduzieren, dass wir wieder in den „grünen Bereich“ kommen, so der Nachhaltigkeitswissenschaftler (Meldung zum Vortrag von Dr. Brent Loken, EAT). 

 

 

Mit der Nachhaltigkeitskonferenz wollte das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft einen Raum schaffen, um unterschiedliche Akteur*innen in den Austausch und zu bringen. In vier Foren diskutierten die Teilnehmenden über eine Ernährung in planetarischen Grenzen, über Futtermittel aus Soja und Palmöl ohne Waldrodung, Ökolandbau als Motor für Nachhaltige Entwicklung sowie Boden und Klimaschutz.

Die Konferenzberichterstattung inklusive Vorträge finden Sie hier.

Eine Initiative im Rahmen des Nationalen Programms für nachhaltigen Konsum