Blauer Engel: Neue Anforderungen für Mobiltelefone und Textilien

Umwelt- und Sozialzeichen, Bekleidung, Arbeiten und Büro
14.09.2018

Beim Umweltzeichen Blauer Engel wurden die Kriterienkataloge für Textilien und für Mobiltelefone umfassend überarbeitet. So wurden beispielsweise die Anforderungen an die Arbeitsbedingungen bei der Endfertigung der Produkte konkretisiert und ausgeweitet. Hersteller können das Umweltzeichen nun für ihre Produkte beantragen.

Umweltbewusst leben, einkaufen, bauen, renovieren oder ein Büro ausstatten? Der Blaue Engel, das Umweltzeichen der Bundesregierung zum Schutz von Mensch und Umwelt, bietet seit 40 Jahren Orientierung beim nachhaltigen Einkauf.

Die seit 2011 geltenden Kriterien für Textilien wurden vom Umweltbundesamt mit einer Vielzahl von Stakeholdern aus Industrie, Verbänden und Nichtregierungsorganisationen  (NGOs) erweitert, präzisiert und an die neuesten Erkenntnisse der Forschung angepasst. So können nun auch technische Textilien (z. B. Funktionskleidung) und Bettwaren (z. B. Kopfkissen und Decken) den Blauen Engel erhalten. Es wurden Kriterien für Recyclingfasern formuliert und die Anforderungen für Flammhemmstoffe und Nanomaterialien konkretisiert. Auch die Anforderungen an die Arbeitsbedingungen wurden ausgearbeitet.

Mobiltelefone sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Wer beim Kauf eines neuen Mobiltelefons Wert auf die Gesundheit und die Ressourcenschonung legt, sollte sich an den Kriterien des Blauen Engels für Mobiltelefone orientieren. Diese wurden  in Zusammenarbeit mit Vertreterinnen und Vertretern aus Forschung und Wissenschaft, Umweltverbänden, NGOs und Herstellern umfassend überarbeitet. 

Der neue Kriterienkatalog, den ein Gerät einhalten muss, um das Umweltzeichen tragen zu dürfen, soll unter anderem die Langlebigkeit der Geräte gewährleisten: Der Akku muss besonders hohe Qualitätsanforderungen erfüllen und von den Verbraucherinnen und Verbrauchern selbst ohne Fachkenntnisse entnehmbar sein. Für diejenigen Komponenten, welche am ehesten kaputt gehen (insbesondere Akku, Frontglas, Display) müssen Ersatzteile verfügbar sein. Und die auf dem Gerät gespeicherten persönlichen Daten müssen unkompliziert und sicher gelöscht werden können, damit das Mobiltelefon ohne Risiko Second Hand weitergegeben werden kann.

Zum ersten Mal wird beim Blauen Engel für Mobiltelefone auch die Rohstoffherkunft bei den sogenannten Konfliktrohstoffen (Zinn, Tantal, Wolfram und Gold) mit berücksichtigt. Und auch für die Nachweise zu Arbeitsbedingungen in den Fertigungsfabriken gelten strenge Kriterien: Sie sollen nun von unabhängigen Dritten vor Ort überprüft werden.

Verbraucherinnen und Verbrauchern – besonders bei Smartphones – sind neben Umwelt- zunehmend auch Sozialkriterien wichtig. Der Blaue Engel entspricht demnach dem Zeitgeist.

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Eine Initiative im Rahmen des Nationalen Programms für nachhaltigen Konsum