Auf einen „Coffee to go“ mit dem Blauen Engel

Ökodesign
05.03.2019

Den ersten Kaffee „auf die Hand“ gab es in Deutschland 1996. Heute gehen jährlich circa 1,2 Mrd. Kaffee in Einwegbechern über deutsche Theken. Der Blaue Engel möchte dem vermehrten Aufkommen entgegenwirken und zeichnet ab sofort ressourcenschonende Mehrwegbechersysteme aus. Zum einen soll so Abfall vermieden und zum anderen wertvolle Ressourcen geschont werden. Anbieter*innen von Mehrwegbechern können zudem ihr Engagement für die Umwelt auf diese Weise sichtbar kommunizieren.

Jedes Jahr greifen deutschlandweit 70 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher besonders häufig oder gelegentlich zu Coffee-to-go-Bechern.  Das Institut für Energie- und Umweltforschung gGmbH (ifeu) schätzt, dass jährlich circa 1,2 Mrd. Einwegbecher für den Kaffee unterwegs ausgegeben werden. Die Folge ist ein erhöhtes Abfallaufkommen durch Einwegbecher, wodurch auch die Verschmutzung öffentlicher Plätze, Straßen und der Natur voranschreitet. Für die Einwegbecher werden wertvolle Ressourcen benötigt, wie Holz und Kunststoff sowie Wasser und Energie. Benutzt werden sie jedoch nur rund 15 Minuten.

Der Blaue Engel zeichnet ab sofort ressourcenschonende Mehrwegbechersysteme (DE-UZ 210) aus. Ziel ist es, Einwegbecher zu reduzieren und umweltverträgliche Mehrwegbechersysteme zu stärken. Die Kriterien beinhalten sowohl Anforderungen an die Becher selbst als auch an die Anbieter. So müssen bei der Herstellung der Mehrwegbecher und -deckel umwelt- und gesundheitsbelastende Materialien vermieden werden. Ausgeschlossen sind beispielsweise Melaminharze und Polycarbonat-Kunststoffe, die Bisphenol A freisetzen können.  Zudem müssen die Becher eine Lebensdauer von mindestens 500 Spülzyklen aufweisen, am Ende ihrer Lebensdauer zurückgenommen und einer werkstofflichen Verwertung zugeführt werden.

Verkäufer müssen sich überdies verpflichten, Kundinnen und Kunden immer erst den Mehrwegbecher und -deckel anzubieten oder kundeneigene Becher zu befüllen. Außerdem sollen die Mehrwegbechersystem-Anbieter nachweisen, dass ihr Logistikkonzept zur ökologischen Optimierung von Transportwegen und von Transportfahrzeugen beiträgt. Im Gegenzug können Bäcker, Händler und Gastronomen ihr Engagement für die Umwelt nunmehr mit dem neuen Blauen Engel sichtbar gegenüber den Verbraucherinnen und Verbraucher kommunizieren.

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Eine Initiative im Rahmen des Nationalen Programms für nachhaltigen Konsum