84% weniger Verpackungsmüll – Forschungsergebnisse zu unverpackt-Läden vorgestellt

FORSCHUNG, EINKAUF, VERANSTALTUNG
03.12.2019

In einem vom BÖLN (Bundesprogramm für ökologischen Landbau) finanzierten Projekt untersuchte ein Forschungsteam der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) unverpackt-Läden. Preisvergleiche zu klassischen Biomärkten, Tools zur Kundenansprache, einen Hygieneleitfaden, Kennziffern zur Wirtschaftlichkeit – dies und vieles mehr hat das Projekt angestoßen und realisiert.

Besonders interessante Ergebnisse lieferten Preisvergleiche zwischen unverpackt-Läden und klassischen Bio- und Supermärkten in insgesamt vier deutschen Städten. Dabei zeigte sich, dass die 20 untersuchten lose verkauften Produkte trotz des logistischen Mehraufwands im Schnitt nicht teuer sind als die vergleichbaren verpackten Varianten. In einer weiteren Studie wurden die Abfallmengen in jeweils vier unverpackt-Läden und Naturkostfachgeschäften am Beispiel von 19 Produkten im Detail erfasst. Das Ergebnis: In den unverpackt-Läden fiel im Schnitt 84 Prozent weniger Verpackungsmüll an als in den Bioläden, am größten war der Einspareffekt bei Essig, Espresso, Pfeffer und Ölen.

Anhand einer Kundenumfrage haben die Forscher erstmals ermittelt, wer überhaupt in verpackungsfreien Läden einkauft und welche Hürden es dabei gibt. "Dabei haben wir drei sehr unterschiedliche Käufertypen identifiziert: die "Seltenkäufer mit niedrigem Budget", die "besserverdienenden Neukunden" und die "unverpackt-Intensivkunden", so Dr. Melanie Kröger von der HNEE, welche die unverpackt-Studie koordiniert. Die Kundenprofile boten die Grundlage für weitere Studien und für konkrete Handlungsempfehlungen für die Praxis. In Kooperation mit der Berliner Hochschule der populären Künste wurden konkrete Praxistipps für Kundinnen und Kunden graphisch aufbereitet, ansprechend visualisiert und nun beim Workshop vorgestellt.

Von Anfang an setzte das Forscherteam um Prof. Jens Pape auf einen engen Austausch mit der Praxis. Insgesamt sieben Mal luden die Forschenden unverpackt-Ladnerinnen und -Ladnern aus Deutschland ein, von zunächst 17 hat sich der Teilnehmerkreis auf 33 erhöht. Gemeinsam wurden Forschungsfragen entwickelt – stets mit dem Ziel im Blick, sich weiter zu professionalisieren und Verpackungen nicht nur im Laden selbst, sondern auch in den vorgelagerten Stufen einzusparen.

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Eine Initiative im Rahmen des Nationalen Programms für nachhaltigen Konsum